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Von Daydream bis Gear VR – Wohin geht die VR-Reise mit Android?

In einem sind sich die Experten bereits seit 2016 einig: Was Virtual- und Augmented Reality zum Durchbruch verhelfen wird, sind nicht die teuren Brillen für Konsolen und den PC, wie die HTC Vive, Playstation VR oder die Oculus Rift und wie sie alle heißen, sondern erst VR-Brillen für Smartphones machen die Technologie massentauglich. 2016 konnte sich laut Notebookcheck bereits jeder dritte vorstellen, früher oder später eine VR-Brille zu kaufen. Juniper Research prognostizierte Ende 2016, dass 50 % aller VR-Brillen, die 2021 ausgeliefert werden, für Smartphones sein werden, wobei sie jedoch nur einen Umsatzanteil von 7 % am VR-Hardware-Markt haben sollen. Doch gerade das ist es, was VR letztendlich zu den Massen bringen wird, ihr zum endgültigen Durchbruch verhelfen wird. Grund genug, sich das Thema mobile VR für Android-Geräte einmal genauer anzuschauen.

Welche Hardware gibt es?

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Die bekannteste und auch meistverkaufte VR-Brille ist natürlich die GearVR von Samsung für Android-Geräte. Das bekannte Modell wird ständig weiterentwickelt und erst 2017 kam der neue Motion Controller hinzu, der das VR-Erlebnis noch interaktiver gestaltet.

Aber auch die Konkurrenz schläft natürlich nicht. So zeigte Google mit seiner Cardboard-Brille, wie einfach und vor allem günstig es sein kann, eine VR-Brille herzustellen. Mit unter 1$ Materialkosten ist das Modell auch heute noch in vielen verschiedenen Varianten und Ausführungen zwischen 2 und 15$ ein Renner. Zwar glänzt die einfache Variante nicht mit so großen Betrachtungswinkeln wie die GearVR (96°), kostet dafür aber auch nur einen Bruchteil.

Ein weiteres interessantes und noch nicht so richtig in die Pötte gekommenes Produkt ist Googles VR-Brille Daydream. Anfang Oktober 2017 brachte Google ein neues Modell, deutlich verbessertes Modell mit Hochleistungsobjektiven auf den Markt.

Neben den bekannten Brillen gibt es auch eine ganze Reihe mehr oder weniger guter, aber massentauglicher Modelle für alle Arten von Smartphones. Die meisten günstigen VR-Brillen basieren dabei aber auf dem Cardboard-Prinzip, das um bessere Linsen, variablen Augenabstand oder einen Dioptrienausgleich erweitert wird.

Was setzt sich durch?

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Am Ende des Tages wird sich wahrscheinlich kein bestimmtes Modell durchsetzen, sondern eine bestimmte Technik. Denn die großen Hersteller wie Google oder Samsung koppeln die Brillen derzeit an eine eigene Entwicklungssoftware, mit der für die jeweiligen Brillen die Software wie Spiele und andere Anwendungen entwickelt werden.

Erst im Mai hat Google auf der Google I/O sein Entwicklerprogramm Daydream Elements vorgestellt. Nun wurde der Code allgemein verfügbar gemacht, wodurch die Entwicklung für Daydream deutlich erleichtert wird. Auch hat sich die Liste der mit Daydream kompatiblen Geräte inzwischen auf neun erweitert, so können heute auch Besitzer eines Samsung Galaxy S8, eines Motorola Moto Z und Z Force, eines Huawei Mate 9 oder eines Asus ZenFone AR die VR-Brille samt Software nutzen. So richtig massentauglich ist sie aber damit noch lange nicht, auch wenn sich die Liste der kompatiblen Geräte bis zum Ende des Jahres noch erhöhen wird. Interessant ist allerdings, dass HTC Vive und Lenovo zum Jahresende 2017 ein autarkes Daydream-Headset mit integriertem SoC und Display auf den Markt bringen werden, was ohne Smartphone oder sonstige weitere Hardware auskommt. Dies wird Daydream sicherlich einen großen Push verleihen.

Eine Prognose, ob sich ein gewisses System durchsetzen wird und falls ja welches, ist zum jetzigen Zeitpunkt kaum möglich. Fakt ist aber, dass mit zunehmender Kompatibilität auch die Anwendungsmöglichkeiten beider Systeme zunehmen.

Wie sieht es softwareseitig derzeit aus?

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Das VR-Angebot für Android-Geräte ist bereits sehr umfangreich und umfasst neben einer riesigen Spiele-Vielfalt auch andere Anwendungen aller Art, wie beispielsweise Videoplayer – auch 360°-Youtube-Videos sind ein beliebtes Anwendungsbeispiel – oder auch Erkundungssoftware für kleine und große Entdecker. An dieser Stelle sei die Auflistung der besten VR-Apps für Android von Chip ans Herz gelegt.

Die meisten Programme sind allerdings hinsichtlich der Interaktivität stark eingeschränkt, da viele Brillen lediglich die Steuerung mit nur einem einzigen Magnetschalter ermöglichen. Schaut man sich etwas komplexere VR-Beispiele an, wird schnell klar, dass ein einfaches Cardboard schnell an seine Grenzen stößt. Der Anbieter Betway Live-Casino arbeitet derzeit an optimierten VR-Streams für Casinospiele wie Roulette oder Poker, bei denen der Spieler nicht nur interaktiv am VR-Roulettetisch mit echten Dealern sitzt, sondern auch interaktiv in das Geschehen eingreifen muss. Mit zunehmender Komplexität werden auch Steuerungsmechanismen erforderlich, wobei es an dieser Stelle wieder interessant sein wird zu sehen, welche Hardware sich durchsetzen wird und welche Steuerungsmöglichkeiten dem Spieler beziehungsweise Anwender gegeben werden.

Dass aber nicht nur die Unterhaltungsindustrie von der VR-Entwicklung profitieren wird, zeigen Anwendungsbeispiele aus der Medizin und anderen Bereichen, in denen VR-Anwendungen auch auf mobilen Geräten schon bald nicht mehr wegzudenken sein könnten.

Was bringt die Zukunft?

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Die Anwendungsmöglichkeiten mobiler virtueller Umgebungen sind vielfältig. Goldman Sachs prognostiziert für 2025 neun Haupt-Anwendungsbereiche für VR-Applikationen, von denen sich ein Großteil auch auf mobilen Geräten abspielen wird. Dabei werden voraussichtlich mehr als 50 % den Entertainment-Bereich mit Spielen, Live-Events und Video-Anwendungen ausmachen. Weitere Anwendungen für VR werden aber mit geschätzten über 40 % bereits aus anderen Bereichen wie Medizin, Bildung, Wohnungs- und Baubranche, Industrie, Militär oder auch Makleranwendungen kommen.

Da der Marktanteil von Android laut zdnet.de Ende 2016 bereits bei fast 90 % lag, kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass hier auch die größten Entwicklungsschritte stattfinden werden. Wie schnell VR voranschreiten wird und zum echten Massenphänomen wird, hängt nun ein Stück weit davon ab, wie schnell die Entwickler, Anwender und Händler sich den neuesten Veränderungen anpassen.

Fakt ist, dass der Durchbruch kurz vor der Tür steht und die Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten so vielfältig sind, dass der Markt schon in den kommenden 10 Jahren geradezu explodieren könnte. Digi-Capital, ein Beratungsunternehmen, geht sogar davon aus, dass der VR- und AR-Markt von 5 Milliarden Dollar im Jahr 2016 bereits 2020 auf 120 Milliarden Dollar wachsen wird. Bis sich aber VR-Apps unter den beliebtesten 10 Android-Apps befinden, wird es sicherlich dennoch eine Weile dauern.

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