Millionen-Investitionen in die Zukunft

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Hadamar investiert immense Beträge in eine verbesserte Infrastruktur und die Kosten für die Sanierungen gehen in die Millionen.

Hadamar — Der Ausbau und die Sanierung von Straßen bleiben für die Stadt Hadamar auch im Doppelhaushalt 2022/2023 ein großes Thema. Noch größer ist allerdings der Finanzbrocken, der für die Zukunft der Feuerwehr aufgewendet werden muss. Außerdem müssen noch in Wasser- und Abwasserversorgung investiert und Grundstücksgeschäfte abgewickelt werden.

Feuerwehr: Der Bedarfs- und Entwicklungsplan sieht ein neues Feuerwehrhaus für die Kernstadt vor, das am Hadamarer Stock, Industriegebiet Nord, angesiedelt werden könnte, sagt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU). 4,6 Millionen Euro sind hierfür von 2022 bis 2025 veranschlagt; die Landeszuwendung gibt die Verwaltung mit rund 420 000 Euro an. Nach 2026 müssten zudem neue Feuerwehrgerätehäuser in Steinbach und Niederzeuzheim errichtet werden. Für kommendes Jahr ist der Kauf eines Einsatzleitwagens für 130 000 Euro (möglicher Zuschuss: 52 000 Euro) geplant.

Die Anschaffung und Ausstattung von Feuerwehrausrüstung und -häusern dürfe indes nicht den Blick verstellen für das wirkliche Potenzial, betonte Ruoff. „Das sind die Feuerwehrleute.“ Die müssten bei allen Entscheidungen miteingebunden werden, und das sei auch geschehen bei der Diskussion über mögliche Zusammenlegungen der Stadtteilwehren. Das Ergebnis: „Außer der Feuerwehr in der Kernstadt wollen alle Einheiten in ihren Stadtteilen bleiben, weil sie dort verwurzelt sind.“ Das räumliche Miteinander sei nicht gewünscht und somit derzeit nicht zu realisieren, resümierte der Bürgermeister.

Millionen-Investitionen in Hadamar: Straßen sind sanierungsbedürftig

Straßen: Fällig sind die Steinstraße in Niederhadamar (500 000 Euro bis 2024), die Borngasse in Oberweyer (240 000 Euro bis 2023), Galgenberg/Am Bruchborn in der Kernstadt (2,1 Millionen Euro bis 2023) sowie die Nebenanlagen der Mainzer Landstraße (3,9 Millionen Euro bis 2026). Knapp 6,7 Millionen Euro sollen insgesamt in diesem Bereich bis zum Jahr 2026 investiert werden; davon sind nach Angaben der Verwaltung rund 5,3 Millionen Euro durch Ausbau- und Erschließungsbeiträge und durch Fördermittel des Landes abgedeckt.

Dass die angegebene Bauzeit etwa für die nur rund 500 Meter lange Steinstraße mit drei Jahren bemessen ist, erklärt Stephan Werlich vom Bauamt mit Planungs- und Ingenieurleistungen und mit Ausschreibungsfristen. „Wenn’s gut läuft, fangen wir nächstes Jahr mit der Planung an.“ Die reine Bautätigkeit werde nicht länger als ein bis eineinhalb Jahre dauern, kündigt Stephan Werlich an. Zusätzlich zu diesen Kosten sind im Haushalt jeweils 25 000 Euro für eine Zustandsbefahrung und Bewertung der Straßen in allen Stadtteilen eingeplant.

Auch im Bereich Wasser und Abwasser werden hunderttausende Euro in die Zukunft investiert

Wasser und Abwasser: Für die Umsetzung der Trinkwasser-Verbindungsleitung werden zu den bisher bereitgestellten Haushaltsmitteln in Höhe von 605 000 Euro noch zusätzliche 627 000 Euro benötigt. Für eine Aufbereitungsanlage wurden für 2023 und 2024 insgesamt 500 000 Euro eingeplant.

Auch in den neu ausgebauten oder sanierten Straßen müssen Wasserleitungen, Kanal und Hausanschlüsse gelegt werden. So steht es im Haushaltsplan. Für die Steinstraße beläuft sich dies bis 2024 auf insgesamt 670 000 Euro, für die Borngasse bis 2023 auf 245 000 Euro und für die Mainzer Landstraße in Niederhadamar wurden im Zeitraum 2024 bis 2026 auf zwölf Millionen Euro. Den Investitionskosten stehen Beiträge und Zuwendungen von rund 1,1 Millionen Euro gegenüber.

Hadamar: Bauplätze und Gewerbegrundstücke stehen zum Verkauf

Grundstücke: Laut Haushaltsplan sollen im kommenden Jahr vier Bauplätze und ein Gewerbegrundstück und 2023 weitere drei Bauplätzen verkauft werden. Damit sei der Verkauf aller noch vorhandenen Gewerbe- und Baugrundstücke in den Jahren 2022 und 2023 geplant. Zudem wurden der Verkauf des alten Sportplatzgeländes und der Alten Schulturnhalle als Einzahlungen in den Haushaltsplan mit aufgenommen.

Für den Ankauf von Grundstücken durch die Stadt sind für jedes Haushaltsjahr 50 000 Euro vorgesehen (2020: 200 000 Euro; 2021: 300 000 Euro). (Anken Bohnhorst-Vollmer)